QM tut gut: Wie sich Architekten und Ingenieure wieder aufs Wesentliche konzentrieren können

Zukunftsfähig aufstellen: 8 Handlungsfelder für Bauplanungsbüros

von der Zeichnung zur digitalen Planung
8 Handlungsfelder für Bauplanungsbüros
marketingINGenieur und Initiator QualitätsVerbund Planer am Bau Dr.-Ing. Knut Marhold

Die Bauplanungsbranche steht vor dem größten Umbruch seit Jahrzehnten. 500 Milliarden Euro Infrastruktur-Investitionen, ein dramatischer Fachkräftemangel und die Digitalisierung verändern alles gleichzeitig. Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, gehört zu den Gewinnern. Hier sind acht konkrete Handlungsfelder – sortiert nach Dringlichkeit.

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Fachkräfte sichern. Auf 100 arbeitslose Bauingenieure kommen 306 offene Stellen. Gleichzeitig gehen in den nächsten zehn Jahren bis zu 340.000 Ingenieure und IT-Fachkräfte in Rente. Wer heute kein hybrides Arbeiten, Teilzeitmodelle und echte Flexibilität anbietet, verliert im Kampf um Talente. Auch die gezielte Rekrutierung ausländischer Fachkräfte lohnt sich – ihr Anteil liegt bereits bei 11,4 Prozent.

Honorare anpassen. Das neue HOAI-Gutachten empfiehlt Steigerungen von 16 bis 67 Prozent bei der Objektplanung und 26 bis 76 Prozent bei der TGA. Das sind keine Wunschzahlen, sondern Ergebnisse einer fundierten Analyse gestiegener Bürokosten und veränderter Anforderungen. Wer jetzt weiter zu Dumpingpreisen anbietet, sägt am eigenen Ast.

Infrastruktur-Aufträge ins Visier nehmen. Aus dem 500-Milliarden-Sondervermögen sind 2025 bereits 24 Milliarden Euro abgeflossen. Öffentlicher Bau wächst 2026 und 2027 jeweils um rund 6,7 Prozent. Wer Kapazitäten und Partnerschaften im Infrastrukturbereich aufbaut, sichert sich Arbeit für Jahre.

In den nächsten zwei Jahren

BIM konsequent einführen. BIM ist für Bundesbauten verbindlich und wird in der HOAI-Novelle als Regelprozess verankert. KI-Tools für generatives Design, Kostenschätzung und Kollisionsprüfung sind keine Spielerei mehr – sie werden zum Wettbewerbsfaktor.

Bestand zum Kerngeschäft machen. Deutschlands Bevölkerung altert, die Nachfrage verschiebt sich vom Neubau zur Sanierung, zum Umbau und zur Aufstockung. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz stärkt die Rolle der Planer dabei ausdrücklich. Wer sich als Bestandsexperte positioniert, hat volle Auftragsbücher.

Nachfolge regeln. Zwischen 2026 und 2030 stehen 186.000 Familienunternehmen vor der Übergabe. Auch viele Planungsbüros sind betroffen. Frühzeitig handeln – ob interne Lösung oder Verkauf – schützt vor Know-how-Verlust.

Strategisch vorbereiten

Kreislaufgerecht planen lernen. Heute wird gerade einmal ein Prozent der Bauelemente wiederverwendet. Wer Gebäude als Materialbanken mit digitalen Materialpässen konzipieren kann, hat in der nächsten Dekade einen echten Vorsprung.

Neue Geschäftsfelder erschließen. Digitale Zwillinge ermöglichen Wertschöpfung über die Bauphase hinaus – im Facility Management und bei der Betriebsoptimierung. Kooperationsmodelle wie Integrierte Projektabwicklung (IPA) steigern die Effizienz bei Großprojekten.

Gemeinsam stärker

Die Talsohle der Baukonjunktur ist durchschritten, das Investitionsumfeld so günstig wie lange nicht. Aber nur Büros, die sich jetzt aufstellen – digital, flexibel, spezialisiert –, werden davon profitieren.

Genau dabei unterstützt der QualitätsVerbund Planer am Bau: mit praxisgerechtem QualitätsManagement, strukturierten Prozessen und dem Erfahrungsaustausch unter Kolleginnen und Kollegen. Denn viele dieser Herausforderungen lassen sich gemeinsam leichter lösen als allein.

Sie möchten sich mit anderen Büros austauschen, die vor denselben Fragen stehen? In speziellen ERFAhrungsaustausch-Kreisen treffen sich Architektur- und Ingenieurbüros zweimal jährlich zum offenen, vertraulichen Fachaustausch.

 

Autor: Dr.-Ing. Knut Marhold (unterstützt durch perplexity AI)

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