Einblicke vom Teamsware BauSummit 2026
Auf dem Teamsware BauSummit 2026 haben insbesondere zwei Vorträge ein Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet – und kamen zum selben Schluss: KI kann nur so gut sein wie die Daten, mit denen sie arbeitet. Für uns kein überraschendes Ergebnis, sondern erneute Bestätigung...
„Shit in, Shit out" – auch mit KI-Label
Udo Schwenker von Teamsware GmbH startete seine Keynote mit einer provokanten Frage: Wie würde eine KI antworten, wenn sie heute Zugriff auf alle Daten eines typischen Bauprojekts bekäme?
Die Antwort der KI würde wohl lauten:
- „Ich finde 5 Versionen dieses Plans – welche gilt?"
- „Der Bautenstand steht in E-Mails aus 3 Postfächern. Keines stimmt überein."
- „Das Protokoll von gestern liegt auf dem Laptop, den ich nicht sehe."
- „Verzögerungen? Dazu müsste ich die WhatsApp-Gruppe lesen."
Das klingt nach Satire, ist aber Alltag. Und der Grund, warum laut Gartner (Februar 2025, zitiert nach Schwenker/Teamsware, BauSummit 2026) 60 % aller KI-Projekte aufgegeben werden – nicht wegen schlechter Algorithmen, sondern weil die Daten schlicht nicht KI-tauglich sind. 63 % der Organisationen haben noch nicht einmal ein geeignetes Datenmanagement dafür.
Die Diagnose von Schwenker ist klar: Nicht die KI ist das Problem. Das Fundament ist es.
Datenchaos ist im Bau kein Zufall – es ist System
Die Zahlen aus Branchenstudien (McKinsey, Autodesk/FMI, Roland Berger) sprechen eine deutliche Sprache:
- 80 % der Bauprojekte werden über Budget fertig
- 35 % der Arbeitszeit gehen für Informationssuche, Abstimmung und Nacharbeit verloren
- im Schnitt kommen 10 verschiedene Tools pro Projekt zum Einsatz – jedes mit seiner eigenen Dateninsel
- nur ~25 % der Beteiligten nutzen digitale Werkzeuge routinemäßig
Das Ergebnis: „Plan_final_final_v7" in fünf Versionen, verteilt über mehrere E-Mail-Postfächer, lokale Laufwerke, USB-Sticks und private Clouds. Fünf Wahrheiten – keine davon verbindlich.
Schwenkers Lösungsansatz: Microsoft 365, ergänzt durch die baubranchenspezifische Schicht von Teamsware, als Common Data Environment (CDE) – eine einzige, strukturierte Quelle der Wahrheit, auf der KI dann tatsächlich verlässlich arbeiten kann.
Lars Kölln: Den Schatz heben – aber erst strukturieren
Lars Kölln, BIM-Experte und Generalplaner mit über 30 Jahren Erfahrung, brachte die Perspektive des Praktikers mit: Projektdaten sind ein Schatz – aber nur dann, wenn sie auch zugänglich, strukturiert und verwertbar sind.
Seine Prozesse der BIM-basierten Generalplanung sind QM-zertifiziert. Das ist kein Zufall, sondern die Voraussetzung. Strukturierte Daten entstehen nicht von selbst – sie entstehen durch definierte Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und ein System, das all das verbindlich macht.
Der Projektwissen-Assistent: QM als unsichtbarer Enabler
Was auf dem BauSummit als „KI-Assistent" vorgestellt wurde – ein digitaler Helfer, der aus strukturierten Projektdaten heraus Fragen beantwortet, Protokolle erstellt, Leistungsverzeichnisse zuordnet und Aufgaben mit Verantwortlichen und Fristen verknüpft – funktioniert nur unter einer Bedingung:
Das Wissen muss vorher strukturiert abgelegt worden sein.
Und genau hier schließt sich der Kreis zu unserem Thema: Ein Projektwissen-Assistent ist kein KI-Wundermittel. Er ist die logische Weiterentwicklung aus einem gut geführten QM-Systems.
Denn was macht ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem? Es definiert:
- wer was dokumentiert,
- wie Informationen abgelegt werden,
- welche Version die gültige ist,
- und wo Entscheidungen und Ergebnisse nachvollziehbar festgehalten werden.
Wer heute das QualitätsZertifikat Planer am Bau eingeführt hat und seine Prozesse danach ausrichtet, schafft damit genau die Datenbasis, auf der morgen ein Projektwissen-Assistent sinnvoll arbeiten kann. Nicht als Experiment. Sondern als logische Fortsetzung.
Was das für Planungsbüros bedeutet
Die Botschaft des BauSummit ist unmissverständlich: Wer KI sinnvoll einsetzen will, muss zuerst Ordnung schaffen. Nicht umgekehrt.
Das ist keine schlechte Nachricht – es ist eine gute. Denn die Ordnung, die KI braucht, ist dieselbe Ordnung, die auch ohne KI zu besseren Projekten führt: weniger Nacharbeit, klare Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Entscheidungen, verlässliche Dokumentation.
Qualitätsmanagement für Planer ist kein bürokratischer Overhead. Es ist die Infrastruktur für alles, was danach kommt – inklusive KI.
Wer heute in QM investiert, investiert in seine KI-Fähigkeit von morgen.
Der QualitätsVerbund Planer am Bau begleitet Architektur- und Ingenieurbüros seit 2006 bei der Einführung eines schlanken, branchenspezifischen QM-Systems nach dem QualitätsStandard Planer am Bau – geprüft durch den TÜV Rheinland und bundesweit anerkannt. Mehr unter www.planer-am-bau.de.


