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Die sieben Verschwendungsarten in Bauplanungsbüros (7b) | GeeMco Götz Müller Consulting

marketingINGenieur Dr.-Ing. Knut Marhold Alle, Gastbeiträge

FMEA  Fehlermöglichkeits-Einflussanalyse

Die FMEA (Fehlermöglichkeits-Einflussanalyse) ist ein Werkzeug, um

  • mögliche Fehler in Produkten, Dienstleistungen und Prozessen im Vorfeld zu erkennen,
  • die Auswirkungen der Fehler vor dem Auftreten abzuschätzen,
  • die Ursachen der Fehler gezielt zu ergründen,
  • die Aktivitäten zur Fehlereindämmung zu priorisieren,
  • bei den damit verbundenen Aktivitäten die Kosten zu minimieren und
  • gleichzeitig durch optimale Qualität die Zufriedenheit der Kunden zu steigern.

Die FMEA hat den unten dargestellten Wirkungszusammenhang zwischen möglichem Problem/Fehler, dessen Auswirkungen und Ursachen, sowie den Gegenmaßnahmen.

FMEA-Zyklus: Fehlermöglichkeits-Einflussanalyse

FMEA-Zyklus: Fehlermöglichkeits-Einflussanalyse

Die FMEA stellt sich durch einen strukturierten Prozess mit den folgenden Schritten dar:

  • Ein- und Abgrenzung des behandelten Objekts (Produkt/Leistung/Prozess)
  • Strukturierung des behandelten Objekts (=System)
  • Definition der Funktionen der Systemelemente
  • Analyse der möglichen Fehlerarten, -folgen und -ursachen der Systemelemente und zugehörigen Funktionen
  • Risikobeurteilung bzgl. der Bedeutung der Fehlerfolge, Auftretenswahrscheinlichkeit der Ursache und
  • Entdeckungswahrscheinlichkeit des Fehlers bzw. der Ursache
  • Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Entdeckung des Fehlers bzw. der Ursache, inkl. Verfolgung
  • Restrisikobeurteilung nach Durchführung der Maßnahmen

Je nach Fokus kann eine FMEA auf verschiedenen Ebenen durchgeführt werden:

  • System-FMEA: Das Objekt ist ein ganzes System, d.h. komplexes Produkt oder Dienstleistung. Hierbei werden speziell auch Schnittstellen zwischen Systemkomponenten und zur Außenwelt betrachtet.
  • Design-FMEA: Das Objekt wird vor oder im Rahmen der Entwicklung und Konstruktion im Hinblick auf seine spätere Fertig- und Produzierbarkeit bzw. der Leistungserbringung betrachtet.
  • Konstruktions-, Hardware-, Software-FMEA: Das Objekt bzw. seine Bestandteile wird unter Gesichtspunkten der verschiedenen Entwicklungsdisziplinen betrachtet.
  • Prozess-FMEA: Es wird der Produktions- bzw. Leistungsprozess des Objekts betrachtet.

Die Vorgehensweise der FMEA aus der Automobil-, Luft/Raumfahrt-, Telekommunikations- und anderen produzierenden Industrien lassen sich auch auf die Arbeit von Architektur- und Ingenieurbüros übertragen und dienen dort ebenfalls der Risikominimierung.

Eine FMEA wird idealerweise in einen interdisziplinären Team durchgeführt, was speziell durch die Vielzahl der unabhängigen Mitwirkenden an Bauvorhaben Vorteile hat, weil diese damit an einen Tisch gebracht werden. Aus diesem Grund ist es auch angebracht, einen Moderator von außerhalb des Teams hinzuzuziehen, der den Prozess begleitet.

Der Grundgedanke der FMEA ist die Fehlervermeidung in frühen Phasen des Lebenszykluses zu erreichen, da die Kosten für die Fehlerbeseitigung in späten Phasen oft um ein Vielfaches höher sind. Damit ist sie auch eine Methode, um Verschwendungen in Form von Fehlern und der notwendigen Nacharbeiten zu vermeiden.


Götz Müller ist Ingenieur, Berater, Redner, Autor, Blogger und Podcaster

Götz Müller ist Ingenieur, Berater, Redner, Autor, Blogger und Podcaster

Götz Müller

ist Ingenieur, Berater, Redner, Autor (NLP in der Lean-Praxis – Menschlich-soziale Erfolgsfaktoren für Lean, KVP & Co; Co-Autor weiterer Bücher), Blogger und Podcaster (Kaizen2go). Er beschäftigt sich schon seit 1998 mit Prozessoptimierung in unterschiedlichen Bereichen (Entwicklung, Produktion, Werkstatt, Baustellen und Verwaltung) und Branchen (Industrie, Dienstleistung, Baugewerbe und Handwerk) auf Basis von Lean und Six Sigma.

Als Berater ist er Ansprechpartner für die Geschäftsführung, Coach für Führungskräfte und Trainer für Mitarbeiter auf allen operativen Ebenen. Ihm liegt nicht nur der methodische Einsatz der Prozessoptimierung am Herzen, sondern auch die menschlichen, kulturellen und historischen Hintergründe und Grundlagen.

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