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Die sieben Verschwendungsarten in Bauplanungsbüros (7) | GeeMco Götz Müller Consulting

marketingINGenieur Dr.-Ing. Knut Marhold Alle, Gastbeiträge

Defekte, Fehler & Nacharbeit

Fehler in der regulären Leistungserbringung sind natürlich immer unerwünscht. Trotzdem sollten sie als Chance begriffen werden. Als Chance einen zugrundeliegenden Mechanismus besser zu verstehen und daraus resultierende Fehler zukünftig zuverlässiger zu vermeiden. Grundsätzlich gilt das bei Toyota geflügelte Wort „kein Problem ist schon ein Problem“. Im Umfeld von Verbesserungen sind Fehler absolut notwendig, weil ohne Fehler kein neues Wissen entstehen kann.

Nacharbeit kann auch dadurch entstehen, dass Kundenanforderungen nicht sauber erfasst oder missverstanden und deshalb weggelassen oder nicht korrekt umgesetzt werden. Aktuelle Großbauvorhaben, die ihre Spuren in der Presse hinterlassen, sind da vermutlich nur die Spitze des Eisbergs.

Im Allgemeinen besteht in der Planung und Koordination der Gewerke auf Baustellen noch sehr großes Optimierungspotenzial. Die Ursachen sind in meinen Augen vielfältiger Natur, fehlende Kundenorientierung und die grundsätzliche Vergabepraxis – speziell bei öffentlichen Vorhaben – sind nur wenige Elemente dieses Dilemmas.

Hier kann aber in meinen Augen von anderen Branchen gelernt, natürlich von der Automobilindustrie, aber auch aus dem Schiffsbau mit seiner Einzelfertigung, wie ich das mit einem Gesprächspartner in dieser Podcast-Episode diskutiert hatte.

Fehler können natürlich auch bei der Bearbeitung und vor allem der Ablage von papiergestützten Informationen auftreten. Das heißt, Unterlagen werden nicht dort abgelegt, wo sie eigentlich hingehören und dann später benötigt bzw. vermutet werden. Diese Fehlablage hat weitere Verschwendungen zur Folge, speziell Suchen, Bewegung, eventuell Transport und eben besagte Nacharbeit, wenn beispielsweise Informationen erneut beschafft werden müssen. Es kann aber auch einfach Geldverlust sein, wenn eine Rechnung nicht mehr auffindbar ist und der Vorsteuerabzug wegfällt.

Oft werden Fehler durch qualitätssichernde Maßnahmen noch rechtzeitig vor der Auslieferung an den Kunden abgefangen. Die resultierende Nacharbeit gehört natürlich auch zu den Verschwendungen, weil das wertschöpfende Element „beim ersten Mal richtig“ gefehlt hat. Gleiches gilt aber auch für die Qualitätssicherung selbst, weil hier die wertschöpfende Veränderung fehlt. Besser wäre es, wenn der Fehler erst gar nicht entstanden wäre und schon bei der „Produktion“ selbst verhindert würde. Die Philosophie des Poka Yoke kann hierzu wertvolle Denkanstöße liefern, deren Umsetzung in der Vorbeugung oft nur ein Bruchteil der späteren Fehlerkorrektur beträgt. Um auf strukturierte Weise mögliche Fehler zu antizipieren, kann die FMEA (Fehlermöglichkeits-Einflussanalyse) eingesetzt werden.


Götz Müller ist Ingenieur, Berater, Redner, Autor, Blogger und Podcaster

Götz Müller ist Ingenieur, Berater, Redner, Autor, Blogger und Podcaster

Götz Müller

ist Ingenieur, Berater, Redner, Autor (NLP in der Lean-Praxis – Menschlich-soziale Erfolgsfaktoren für Lean, KVP & Co; Co-Autor weiterer Bücher), Blogger und Podcaster (Kaizen2go). Er beschäftigt sich schon seit 1998 mit Prozessoptimierung in unterschiedlichen Bereichen (Entwicklung, Produktion, Werkstatt, Baustellen und Verwaltung) und Branchen (Industrie, Dienstleistung, Baugewerbe und Handwerk) auf Basis von Lean und Six Sigma.

Als Berater ist er Ansprechpartner für die Geschäftsführung, Coach für Führungskräfte und Trainer für Mitarbeiter auf allen operativen Ebenen. Ihm liegt nicht nur der methodische Einsatz der Prozessoptimierung am Herzen, sondern auch die menschlichen, kulturellen und historischen Hintergründe und Grundlagen.

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