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Bildrechte und Textrechte – Klauen erlaubt?

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Ein kurzer Überblick über Bild- und Textrechte

*geklaut bei (bzw. zitiert nach) Druckerei Hellendoorn

Für das, was ein Mensch an kreativer Leistung vollbracht hat, steht ihm das so genannte Urheberrecht zu: Fotos, Filme, Texte, Malereien oder Kompositionen sind für bis zu 70 Jahre nach seinem Tod geschützt, die notwendige „Schöpfungshöhe“ vorausgesetzt.

Wenn solche Werke bereits veröffentlicht wurden, z.B. im Internet, bedeutet das nicht, dass man sie „einfach“ nutzen darf, insbesondere bei geschäftlicher Nutzung. Nach § 97 Absatz 1 UrhG ist der Verwender verpflichtet, die Nutzungsrechte zu prüfen und ggf. beim Urheber einzuholen. Sonst kann der Urheber Schadenersatz einfordern, was teuer werden.

Eigene Erfahrung: Einer meiner Kunden lieferte mir vor vielen Jahren das Foto einer Disney-Figur, die auf einem von ihm geplanten Kino prangte, für seine Internetseite. Das Foto hatte ihm sein Auftraggeber, ein großer Bauträger, zur Verfügung gestellt. Im Rahmen eines Referenzprojektes stellte ich das Foto auch online. Nach einigen Monaten erhielt mein Kunde eine Unterlassungsverfügung und eine 5-stellige Rechnung des Fotografen. Dieser hatte das Bild für den Bauträger geschossen und diesem die Nutzungsrechte überlassen – nicht aber die Weiterverbreitung an Dritte! Nun wollte sich mein Kunde natürlich nicht mit seinem (Haupt-) Auftraggeber darüber streiten und wandte sich an mich. Dummerweise hatte ich in diesem Fall keine schriftliche Bestätigung der Nutzungsrechte verlangt, schließlich vertraute ich sowohl meinem als auch dessen Kunde. Schließlich konnten wir uns mit dem Fotografen auf eine Teilzahlung einigen und einen Teil der „Schuld“ habe ich übernommen. So sind alle noch einigermaßen „glimpflich“ davon gekommen. Aber aus dieser Erfahrung habe ich gelernt…

Vor allem bei Bildern ist nämlich Vorsicht geboten!

Fotos unterliegen grundsätzlich dem Urheberrechtsschutz, unabhängig von der Schöpfungshöhe. Und wenn auf dem Bild Personen zu erkennen sind, greift noch das „Recht am eigenen Bild“ (außer bei Personen des Zeitgeschehens/öffentlichen Lebens.

Selbst wenn keine Menschen vorhanden oder erkennbar sind, gilt die deutsche „Panoramafreiheit“ (danach sind von einem öffentlich zugänglichen Ort aus gemachte Fotos frei nutzbar) nicht überall: In Belgien genießt das Atomium ebenso Urheberrechtsschutz wie in Frankreich das nächtliche Lichtdesign des Eifelturms – also Vorsicht bei kommerzieller Verwendung!

Auch Texte genießen Urheberrechtsschutz,

ausreichende Schöpfungshöhe vorausgesetzt. Die ist aber schnell gegeben. Vor dem EuGH wurde ein Text von 11 Worten bereits als schutzfähig anerkannt.

Sicht auf den Eiffelturm von der Avenue de New-York auf der gegenüberliegenden Seite der Seine (Foto: Julie Anne Workman, Quelle: Wikipedia)

Sicht auf den Eiffelturm von der Avenue de New-York auf der gegenüberliegenden Seite der Seine (Foto: Julie Anne Workman, Quelle: Wikipedia)

Was also tun?

Auf der sicheren Seite sind Sie nur durch eine dokumentierte Regelung der übertragenen Nutzungsrechte. Überschreiten Sie dieses Nutzungsrecht (z.B. durch Nutzung eines für eine Unternehmensbroschüre gekauften Bildes auf Ihrer Business-Internetseite), geht das zu Ihren Lasten und auf Ihre Kosten. Achten Sie insbesondere auf die Nennung des Fotografen/Urhebers (selbst bei „kostenfreien“ bzw. „Creative commons“ (z.B. bei Wikipedia) Bildern).

Lizenzfreie und kostenlose Bilder und Grafiken:

Kostengünstige Stockfotos und Grafiken:

(alle ungeprüft und ohne Gewähr)

Der Druckerei Hellendoorn aus Nordhorn herzlichen Dank für diese Vorlage aus ihrer März-Broschüre media4you.


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marketingINGenieur Dr.-Ing. Knut Marhold ist freier Unternehmer-Berater für Marketing, Werbung und Auftragsförderung – spezialisiert auf Architektur- und Ingenieurbüros sowie Bauunternehmen. Als Mit-Initiator des QualitätsStandards Planer am Bau bietet er Mitgliedern im QualitätsVerbund Sonderkonditionen für seine Unterstützungs- und Beratungsleistungen, inkl. Facebook/SocialMedia.